VeriBark heißt jetzt FaunaVera. Gleiche Wissenschaft. Jetzt 7 Tierarten.
Arten / Kaninchen

Körpersprachedes Kaninchens.

Leise, sozial und immer auf der Hut: ein Beutetier, das mit einem einzigen Klopfen viel sagt.

84Erfasste Signale
40Wissenschaftlich fundierte Quellen
165Einzigartige Szenarien
Ein Kaninchen
Zuerst das Tier

Wer das Kaninchen ist.

Kaninchen sind Beutetiere, und ihr ganzer Körper ist darauf ausgelegt, Gefahr früh zu bemerken: Augen seitlich am Kopf, Ohren, die sich jedem Geräusch zuwenden, und Hinterbeine für plötzliche Sprints.

Als Beutetiere verbergen Kaninchen oft ihre Schmerzen, und Menschen übersehen sie leicht. Dazu sind sie sehr sozial: In einer Studie strengten sich Kaninchen fast genauso sehr an, zu einem Artgenossen zu gelangen, wie zu Futter.

Worauf FaunaVera achtet

Die Signale, die wir lesen.

Einige der Kanäle, die FaunaVera in jedem Kaninchenvideo beobachtet und anhört – gemeinsam mit dem Kontext gewichtet und mit einem kaninchenspezifischen Ethogramm abgeglichen.

Ohren

Aufgestellt, zurückgelegt oder flach angepresst.

Zum BeispielFlach und fest an den Rücken gepresste Ohren bei angespanntem, tiefem Körper können Angst, Schmerz oder Stress durch das Hochheben bedeuten. Hängeohren lassen sich nicht auf dieselbe Weise lesen.

Gesicht

Die Kaninchen-Grimassenskala.

Zum BeispielVerengte Augen, abgeflachte Wangen, eine zusammengekniffene Nase und steife Schnurrhaare gehören zu einer validierten Schmerzskala für Kaninchen.

Körper

Brotlaib, Buckel oder Umfallen.

Zum BeispielEin weicher, breiter Brotlaib ist entspannt. Ein fester Buckel mit Blick in die Ecke kann Schmerz bedeuten. Ein plötzliches Zur-Seite-Fallen zeigt, dass sich das Kaninchen sehr sicher fühlt.

Hinterfüße

Das Klopfen.

Zum BeispielEin lautes Klopfen mit beiden Hinterfüßen ist ein Alarmsignal, das andere Kaninchen vor Gefahr warnt.

Bewegung und Spiel

Freudensprünge und Zoomies.

Zum BeispielEin Sprung in die Luft mit einer Drehung ist ein fröhlicher Freudensprung, und Kaninchen mit schmerzenden Ohren hüpfen seltener so.

Stimme

Meist leise, aber bedeutungsvoll.

Zum BeispielLeises Zähneklappern beim Streicheln bedeutet Wohlbehagen. Lautes Zähneknirschen bedeutet Schmerz.

Schon gewusst?

Als Menschen Videos von Kaninchen mit Schmerzen ansahen, schauten sie meist auf das Gesicht. Wer aber auf den Rücken und das Hinterteil achtete, erkannte den Schmerz besser.

Häufige Missverständnisse
  • „Ein Kaninchen, das beim Kuscheln stillsitzt, liebt es.“Die meisten Kaninchen, die von einer fremden Person gestreichelt wurden, blieben angespannt und ihre Stresshormone stiegen, obwohl sie stillsaßen.
  • „Ein Kaninchen, das auf dem Rücken liegt und schlaff wird, ist entspannt.“Das ist tonische Immobilität, ein Angstreflex. Es ist weder Schlaf noch Vertrauen.
  • „Ein ruhiges, stilles Kaninchen ist wohlauf.“Kaninchen verbergen Schmerzen. Achte auf einen Buckel, ein angespanntes Gesicht und darauf, ob das Kaninchen frisst.
Im Umgang mit einem Kaninchen

Setz dich auf den Boden und lass das Kaninchen zu dir kommen. Streichle Stirn, Wangen und Rücken und gib ihm Platz zum Rennen, einen Rückzugsort, reichlich Heu und ein zweites Kaninchen zum Zusammenleben.

Woher das Wissen stammt

Einige der Studien.

FaunaVeras Kaninchen-Ethogramm stützt sich auf 40 wissenschaftlich fundierte Quellen. Hier ist eine kleine Auswahl.

  1. S. C. J. Keating et al. (2012). Evaluation of EMLA cream for preventing pain during tattooing of rabbits: changes in physiological, behavioural and facial expression responses. PLoS ONE, 7(9), e44437. Lesen
  2. M. C. Leach et al. (2011). Are we looking in the wrong place? Implications for behavioural-based pain assessment in rabbits (Oryctolagus cuniculi) and beyond?. PLoS ONE, 6(3), e13347. Lesen
  3. L. Benato, J. Murrell, T. G. Knowles & N. J. Rooney (2021). Development of the Bristol Rabbit Pain Scale (BRPS): a multidimensional composite pain scale specific to rabbits (Oryctolagus cuniculus). PLoS ONE, 16(6), e0252417. Lesen
  4. S. C. Seaman et al. (2008). Animal economics: assessing the motivation of female laboratory rabbits to reach a platform, social contact and food. Animal Behaviour, 75, 31-42. Lesen
  5. B. D. Chivers, M. R. D. Keeler & C. C. Burn (2023). Ear health and quality of life in pet rabbits of differing ear conformations: a UK survey of owner-reported signalment risk factors and effects on rabbit welfare and behaviour. PLoS ONE, 18(7), e0285372. Lesen
  6. J. A. Oxley et al. (2018). A survey of rabbit handling methods within the United Kingdom and the Republic of Ireland. Journal of Applied Animal Welfare Science. Lesen
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